Woran leiden wir eigentlich tatsächlich?

Wenn wir eine Situation als unpassend oder unrichtig in unserem Leben interpretieren, dann reagieren wir mit dem Wunsch, dass diese anders sein sollte. Dies verursacht in uns Spannung, Unzufriedenheit und Leid. Leiden besteht im Festhalten an dem Wunsch oder der Erwartung, etwas sollte anders sein als es gerade ist.

„Leiden entsteht allein aus Festhalten oder Gegenwehr; es ist ein Zeichen unserer Unwilligkeit weiterzugehen, mit dem Leben zu fließen“ – Nisargadatta Maharaj

Was hat das Fließen mit dem Leid zu tun?

So hart es sich auch anhört, wir sind verantwortlich für unsere Befindlichkeit und hier gehört auch Leid dazu. Es ist immer unsere Entscheidung, wie wir uns fühlen möchten und aus welcher Perspektive wir eine Situation betrachten bzw. erleben möchten.

Die Philosophie des „Fließens“ wurde von dem Buddhismus und Taoismus im Orient entwickelt. Sie haben die Disziplin der Bewältigung vom Dualismus zwischen Körper und Verstand als zentrales Merkmal der spirituellen Entwicklung perfektioniert: Akzeptanz von allem was geschieht, sich von seiner emotionalen Anhänglichkeit lösen. LaoTse als Pionier und danach weitere spirituelle Meister wie Nisargadatta Maharaj oder Jiddu Krishnamurti in unserer heutigen Zeit, haben dieses Prinzip verbreitet und gelehrt.

In der westlichen Psychologie wurde das Flow-Konzept bearbeitet und bezeichnet einen erlebten mentalen funktionstüchtigen Zustand bei dem eine Person in völliger Vertiefung (Konzentration) die Aktivität durchführt. Dies ist auf Deutsch auch als Schaffens- bzw. Tätigkeitsrausch bekannt.

„Flow“ auf Deutsch Fließen kommt von dem englischen und ist meiner Meinung nach, einer der wichtigsten Schlüssel, um ein erfülltes glückliches Leben zu führen.

Durch das Lernen des „Loslassens“ erlauben wir uns mit einer neuen gesunden Form des Anbindens an Situationen, Personen, Gedanken, usw. in Beziehung zu treten.

Mit dem Loslassen gehen wir in einen „Flow“ hinein, unserer Gewahrsein-Zustand steigert sich und unser Leben wendet sich der Fülle, der Freiheit und dem Genuss zu.

Seitdem ich das Konzept des „Fließens“ durch die Interpretation des Taoismus als auch unsere westlichen Interpretationen und Erklärungen kennengelernt habe, versuche ich dieses in meinem Leben zu verinnerlichen und stückweise bei verschiedenen Situationen umzusetzen, um mein Selbstvertrauen stetig aufzubauen.

Mit dem Leben zu fließen bedeutet für mich flexibler zu werden, Akzeptanz zu haben für das, was kommt und loszulassen, was fortgeht.

Meine emotionale Anhänglichkeit, die dank verschiedenen Situationen bewusst wird, habe ich gelernt anzunehmen und zu lösen – mit dem Ziel die unbewussten Anteile in mir zu integrieren und die emotionale Freiheit zu steigern. Mit anderen Worten formuliert: Aufhören zu leiden!